Eigenheim im Aargau

Gerüst mieten im Aargau – fünf Fragen vor der Sanierung

Ein Gerüst mieten heisst im Aargau meistens: Einfamilienhaus. Zwei von drei Wohngebäuden im Kanton sind eines, 103'150 von 156'246. Wer eines besitzt, stellt vor der Sanierung immer dieselben fünf Fragen. Diese Seite beantwortet sie der Reihe nach – ohne Normendeutsch.

Der Anlass ist meist ein Heizungsersatz oder ein Fördergesuch. Dann bestimmt die Zusicherung des Kantons den Bautermin, nicht das Wetter. Offerte innert 48 Stunden.

Auslöser

Womit eine Einrüstung meistens anfängt

Kaum jemand bestellt ein Gerüst, weil er eines will. Am Anfang steht ein defektes Bauteil oder ein Förderentscheid. Fünf Anlässe decken fast alle Anfragen aus dem Aargau ab.

Die Heizung wird ersetzt

Eine Wärmepumpe rechnet sich erst hinter einer gedämmten Hülle. Deshalb folgt auf den Heizungsersatz meist die Fassade. In den Agglomerationsgemeinden zwischen Aarau, Baden und Wohlen AG stammt der grösste Gebäudeblock aus den Jahren 1946 bis 1980. Genau dieser Jahrgang ist heute an der Reihe.

Ein Fördergesuch läuft

Fassade, Dach, Wand gegen Erdreich und Fensterersatz sind im kantonalen Förderprogramm Energie beitragsberechtigt. Das Gerüst steht dann nicht am Wunschtermin, sondern nach der Zusicherung. Die Reihenfolge steht weiter unten.

Das Dach ist am Ende

Moos in den Ziegeln, undichte Kehlen, eine Rinne voller Rost: dann arbeitet der Dachdecker hinter einem Dachfanggerüst. Im Oberfreiamt um Muri AG und Sins kommen grosse Scheunen- und Vielzweckdächer dazu. Bei Faserzement aus den 1970er- und 1980er-Jahren klärt das Team die Asbestfrage vor der Montage.

Balkon oder Brüstung bröckelt

Abplatzender Beton und lose Geländer sind ein Sicherheitsthema, kein Schönheitsfehler. Oft genügt ein schmales Konsolengerüst an der betroffenen Seite. Am Mutschellen, in Berikon, Widen und Rudolfstetten, stehen viele Häuser im Hang. Ausgleichsrahmen bringen das Gerüst dort in die Waagrechte.

Eine PV-Anlage kommt aufs Dach

Module, Kaminkopf und Blitzschutz verlangen Standfläche auf Traufhöhe. Eine breite Arbeitsebene nimmt Werkzeug und Paletten auf. Details dazu stehen bei den Solargerüsten für PV-Montagen.

Förderprogramm

Die Reihenfolge entscheidet über Ihren Beitrag

Der Kanton fördert Dämmung, Fensterersatz und den Ersatz fossiler Heizungen. Das Programm läuft neu seit dem 1. Mai 2026. Halten Sie diese fünf Schritte in dieser Abfolge ein.

01

Gesuch einreichen

Vor dem ersten Handgriff. Wer zuerst baut, verliert den Beitrag. Ab CHF 10'000 Fördersumme gehört eine GEAK-Plus-Beratung dazu.

02

Zusicherung abwarten

Erst das Schreiben der Behörde macht den Beitrag verbindlich. Bis dahin bleibt der Bautermin ein Bleistifteintrag.

03

Gerüsttermin setzen

Jetzt melden Sie Gebäudehöhe, Seitenlänge und Zeitfenster. Die Offerte folgt innert 48 Stunden, mit jeder Position einzeln.

04

Hülle sanieren

Dämmer, Maler, Spengler und Elektriker arbeiten nacheinander auf derselben Ebene. Eine Einrüstung trägt alle Gewerke.

05

Abrechnung nachreichen

Nach dem Rückbau reichen Sie Belege und Fotos ein. Die Gerüstrechnung weist Fläche und Standzeit getrennt aus.

Warum das zählt: Der Aargau ist ein Sanierungsmarkt. 2024 entstanden 908 neue Wohngebäude – gegenüber 156'246 bestehenden ist das wenig. Der Beitrag entscheidet deshalb oft darüber, ob eine Fassade dieses oder erst nächstes Jahr drankommt. Die Grundlagen erklärt das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen.

Frage 01

Was kostet ein Gerüst am Einfamilienhaus?

Ein Preis ohne Bezugsgrösse sagt nichts. Jede Position der Offerte hängt an einer messbaren Grösse. Diese drei bestimmen den Betrag unter dem Strich.

Bezugsgrösse A

Gerüstfläche in m²

Höhe mal Fassadenlänge, Seite für Seite. Ein Erker zählt mit, ein Fenster zählt nicht ab. Der Quadratmeterpreis sinkt, sobald die Fläche wächst – ein Rundum-Gerüst ist pro m² günstiger als eine einzelne Seite.

Bezugsgrösse B

Grundmiete von 4 Wochen

Montage, die ersten vier Wochen und der Rückbau stecken in einer Pauschale. Sie läuft ab der Freigabe, nicht ab dem Vertrag. Ein Aussenanstrich bleibt meist darin, eine Dachsanierung selten.

Bezugsgrösse C

Verlängerung ab Woche 5

Danach zählt jeder angefangene Monat, gerechnet pro m² Gerüstfläche. Verzögert sich der Maler, verlängern Sie formlos. Der Ansatz steht vorab in der Offerte und ändert sich nicht mehr.

Bezugsgrösse jeder Position
4
Wochen Grundmiete ab Freigabe
CHF 10'000
ab hier ist GEAK-Plus Pflicht
48h
bis zur schriftlichen Antwort

Zwei Posten treiben den Betrag über den Rahmen: eine Netzbekleidung als Staubschutz und die Benützungsgebühr, falls das Gerüst auf öffentlichen Grund ragt. Beide stehen vorab drin, nicht auf der Schlussrechnung. Alle Ansätze mit Rechenbeispielen finden Sie unter Gerüst-Kosten im Kanton Aargau. Wer bezahlt was? Das klärt der Ratgeber Eigentümer, Mieter oder Stockwerkeigentümer.

Frage 02

Wie lange steht es vor dem Haus?

Nicht das Gerüst bestimmt die Dauer, sondern das Gewerk dahinter. Ein Aussenanstrich läuft in 2 bis 4 Wochen durch. Eine Aussendämmung mit Putzaufbau braucht Trocknungszeiten und belegt die Fassade 6 bis 10 Wochen. Eine Neueindeckung liegt dazwischen.

Rechnen Sie im Winterhalbjahr Reserve ein. Von Oktober bis Februar liegt über Aare-, Wiggertal- und Reusstal oft tagelang Hochnebel. Raureif auf den Belägen verschiebt den Arbeitsbeginn in den späten Vormittag. Ein Tag Verzug pro Woche ist dann normal.

Die Gemeinden regeln zudem die Bauarbeitszeiten. Üblich sind Werktage von 07:00 bis 12:00 und 13:00 bis 19:00, samstags eingeschränkt. In den Kurgebieten von Baden, Bad Zurzach und Rheinfelden AG sind die Fenster enger. Anlieferungen ausserhalb dieser Zeiten brauchen eine Ausnahmebewilligung.

März bis Mai

Fassadensanierungen starten, Termine noch frei

Anlauf

Juni bis September

Dach, Spenglerei und PV-Montagen gleichzeitig

Hauptsaison

Oktober bis November

Alles soll vor dem Frost fertig sein

Engpass

Dezember bis Februar

Innenarbeiten, Planung, kurzfristige Notfälle

Ruhige Zeit

Frage 03

Brauche ich für das Gerüst eine Bewilligung?

Auf Ihrem eigenen Land löst ein temporäres Gerüst im Aargau selten ein eigenes Verfahren aus. § 49 BauV listet die baubewilligungsfreien Anlagen. Zwei Wege führen trotzdem zur Bewilligungspflicht.

Weg 1

Das Gerüst steht auf öffentlichem Grund

Trottoir, Strasse oder Parkfeld gehören der Gemeinde oder dem Kanton. Die Benutzung ist nach § 103 f. BauG bewilligungs- und gebührenpflichtig. Für Gemeindestrassen stellt das Team das Gesuch bei der Bauverwaltung, die Erlaubnis erteilt der Gemeinderat. An einer Kantonsstrasse entscheidet nach § 104 Abs. 2 BauG das Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Dessen Abteilung für Baubewilligungen sitzt an der Entfelderstrasse 22 in Aarau.

Ragt das Gerüst über ein Trottoir, verlangen die Behörden praktisch immer einen geschützten Durchgang für Fussgänger: Schutzdach darüber, Beleuchtung darin. Rechnen Sie in Baden, Aarau oder Wettingen mit mehreren Wochen Vorlauf, in kleinen Gemeinden mit wenigen Tagen.

Weg 2

Das Objekt hat einen Schutzstatus

In Schutzzonen dürfen Gemeinden die Bewilligungspflicht erweitern. Steht Ihr Haus im kommunalen Bauinventar oder unter kantonalem Denkmalschutz, kommt die Denkmalpflege dazu. Grundlage ist § 32 Kulturgesetz.

In den ISOS-Altstädten regelt die Gemeinde häufig auch, wie die Baustelle aussieht. Farbe des Netzes, Werbung am Gerüst und Standdauer sind dann vorgegeben. Fragen Sie das früh ab – nachträglich ein Netz zu tauschen kostet einen ganzen Tag.

Beides klärt das Team vor der Montage, nicht danach. Wer beide Wege im Detail nachlesen will, findet sie in der Übersicht der häufigen Fragen zum Gerüstbau.

Gerüstbau mit Seitenschutz an einem Wohnhaus im Kanton Aargau – Foto: KUGE Bau AG

Frage 04

Was wird aus Vorplatz, Rasen und Fassade?

Der Untergrund bestimmt die Unterlage. Auf den Schotterterrassen im Aare-, Limmat- und Reusstal genügen Bohlen unter den Fussplatten. In den Auengebieten an Reuss und Aare ist der Boden feinkörnig und wassergesättigt – dort verteilen grossflächige Platten die Last. Auf Feldwegen im Freiamt und im Zurzibiet gilt dasselbe.

Auf Pflästerung liegen Werkleitungen oft knapp unter der Oberfläche. Punktlasten stimmt das Team mit der Gemeinde ab, bevor der erste Ständer steht. Einfahrten und Platten schützen Gummimatten.

In der Fassade hinterlassen Anker Bohrlöcher von 8 mm, die nach dem Rückbau verschlossen werden. An Riegelbauten im Fricktal entfällt das: Gefache tragen keine Ankerkräfte, das Gerüst steht dort ballastiert oder rückverankert. Kommt eine Netzbekleidung dazu, steigt die Windlast deutlich. Weil die Bise durch die Talachsen zieht, rückt das Ankerraster dann enger zusammen.

Frage 05

Bin ich abgesichert, solange es steht?

Ein Gerüst am Wohnhaus steht wochenlang neben spielenden Kindern und vorbeigehenden Nachbarn. Vier Punkte regeln, wer wofür geradesteht.

Abnahme vor der Freigabe

Erst prüft das Team Verankerung, Beläge und Zugänge, dann wird das Gerüst mit Protokoll freigegeben. Grundlage ist die Norm SN EN 12810/12811 zusammen mit der Bauarbeitenverordnung.

Dreiteiliger Seitenschutz

Geländer, Knieleiste und Bordbrett laufen umlaufend mit. Das Bordbrett hält Werkzeug oben, das sonst im Garten landet. Die Einstiegsleiter lässt sich abends abhängen.

Kontrollen während der Standzeit

Nach Sturm, nach jedem Umbau und in festen Abständen wird nachgeschaut. Fällt etwas auf, sperrt das Team die betroffene Lage, bis sie repariert ist.

Ihre eigenen Policen

Melden Sie die Einrüstung Ihrer Gebäude- und Hausratversicherung. Das kostet ein Telefonat und klärt die Deckung, falls doch etwas passiert.

SN EN 12810/12811
Grundlage der Abnahme
Protokoll
vor der ersten Freigabe
8 mm
Bohrloch je Fassadenanker
1'500
kantonale Schutzobjekte

Vorgaben für Seitenschutz und Dachfang an Wohnbauten: Merkblätter der Suva zum Gerüstbau. Wo zusätzlich am Dach gesichert wird, zeigen die Absturzsicherungen.

Gerüst mieten im ganzen Kanton Aargau

Elf Bezirke, 196 Gemeinden, kein einzelnes Zentrum: Aarau, Baden, Brugg, Wohlen AG, Bremgarten AG, Zofingen und Rheinfelden AG haben je ihren eigenen Markt. Ihr Haus in Gränichen, Villmergen oder Möriken-Wildegg bekommt trotzdem eine Lieferung und einen Ansprechpartner.

Der Baregg-Tunnel steht morgens still. Montagen in Baden, Wettingen und Spreitenbach setzt die Disposition deshalb vor 06:30 oder nach 09:00 an. Alle Leistungen im Überblick zeigt der Gerüstbauservice.

Baden Wettingen Spreitenbach Neuenhof Obersiggenthal Würenlos Aarau Suhr Oberentfelden Buchs AG Gränichen Brugg Windisch Birr Gebenstorf Wohlen AG Bremgarten AG Villmergen Berikon Widen Lenzburg Seon Möriken-Wildegg Rupperswil Niederlenz Zofingen Oftringen Rothrist Aarburg Kölliken Rheinfelden AG Möhlin Kaiseraugst Magden Frick Laufenburg AG Kaisten Stein AG Reinach AG Menziken Unterkulm Schöftland Muri AG Sins Merenschwand Zurzach Klingnau Döttingen Endingen

Nachgefragt

Was beim Ortstermin zur Sprache kommt

Förderfrist, Haftung, Einbruchschutz, Umbauten, Denkmalschutz und Fachwerk – hier stehen die Antworten ausführlich.

Muss das Fördergesuch wirklich vor dem Gerüst eingereicht sein?

Ja. Das Förderprogramm Energie des Kantons Aargau, neu aufgelegt per 1. Mai 2026, setzt den Gesuchseingang vor den Baubeginn. Ein bereits stehendes Gerüst gilt als Baubeginn. Wer die Reihenfolge dreht, verliert den Beitrag – auch wenn die Dämmung technisch einwandfrei ist. Planen Sie deshalb zuerst das Gesuch, dann die Zusicherung, danach den Montagetermin. Beraten wird über die energieberatungAARGAU.

Wer haftet, wenn auf dem Gerüst etwas passiert?

Für Aufbau, Abnahme und Zustand haftet der Gerüstbauer. Freigegeben wird erst nach der Abnahme mit Protokoll, danach folgen turnusmässige Kontrollen. Sobald jedoch ein Handwerker eigenmächtig einen Belag hebt oder einen Anker löst, endet diese Grundlage. Melden Sie solche Eingriffe sofort. Das Team prüft nach und gibt neu frei – das kostet eine Stunde statt einen Unfall.

Ist mein Haus während der Einrüstung anfälliger für Einbrüche?

Ein Gerüst ist eine Treppe zum Obergeschoss – das ist der ehrliche Teil der Antwort. Wirksam ist wenig Aufwand: unterste Leiter nach Feierabend abhängen, Fenster und Balkontüren auch im ersten Stock verriegeln, Aussenlicht mit Bewegungsmelder laufen lassen. Bei Mehrfamilienhäusern informiert die Verwaltung die Mietparteien vor dem Aufbautag. Melden Sie die Einrüstung zudem Ihrer Hausratversicherung.

Darf mein Maler das Gerüst selbst umbauen?

Nein. Beläge, Geländer, Konsolen und Anker gehören zusammen und sind rechnerisch nachgewiesen. Wird ein Teil entfernt, stimmt der Nachweis nicht mehr. Braucht der Maler eine zusätzliche Lage oder eine Konsole über dem Vordach, genügt ein Anruf. Solche Anpassungen laufen als eigene Position und dauern meist einen halben Tag.

Was gilt, wenn mein Haus im Bauinventar der Gemeinde steht?

Dann klärt das Team vor der Montage, welche Auflagen greifen. Rund 1'500 Objekte stehen im Aargau unter kantonalem Denkmalschutz; Eingriffe daran brauchen die Zustimmung der Kantonalen Denkmalpflege nach § 32 Kulturgesetz. Daneben führen die Gemeinden ein eigenes Bauinventar. Sieben Aargauer Altstädte tragen zudem ISOS-Status: Aarau, Baden, Brugg, Lenzburg, Bremgarten AG, Zofingen und Bad Zurzach. Dort ist oft auch das Erscheinungsbild während der Bauzeit geregelt: Netzfarbe, Beschriftung, Standdauer.

Hält ein Gerüst auch an einem Riegelhaus im Fricktal?

Ja, nur nicht über Fassadenanker. Gefache aus Lehm oder Backstein nehmen keine Ankerkräfte auf. Das Gerüst steht dann freistehend und ballastiert oder es wird an tragenden Bauteilen rückverankert. Beides braucht mehr Grundfläche und mehr Material, also mehr Zeit am Aufbautag. Die Lösung legt das Team beim Ortstermin fest, nicht am Telefon.

Nächster Schritt

Alles geklärt?
Dann fehlt nur noch die Offerte.

Adresse, betroffene Gebäudeseiten und der geplante Zeitraum genügen. Läuft ein Fördergesuch, nennen Sie den Stand gleich mit. Antwort innert 48 Stunden – oder rufen Sie direkt an.